Wieso ich jetzt auch noch schreibe.
Spoiler: Die Frage stelle ich mir selbst hin und wieder und wahrscheinlich wird das so bleiben.
Ich befinde mich momentan in dem Prozess, anzuerkennen, dass ich ein inneres Bedürfnis habe, meine Gedanken über verschiedenste Medien in die Welt hinaus zu tragen — und das auch zuzulassen. Ich erkenne immer mehr, wie groß dieser Antrieb ist und dass er auch schon mal mehr oder weniger ausgeprägt in mir vorhanden war. Wenn ich ganz umvorbelastet wäre, müsste der Titel „Wieso erst jetzt?!“ lauten.
Ich habe mittlerweile relativ gut akzeptiert, dass es ein unumstößlicher Teil meiner Persönlichkeit ist. Ich mag wie viele Menschen auch Anerkennung. Ich mag zusätzlich auch Aufmerksamkeit. Klingt nach einer guten Mischung, um sich mit Inhalten ins Scheinwerferlicht zu stellen — die Qualität dieser Inhalte steht auf einem anderen Blatt.
In mir gibt es aber auch einen beträchtlichen Anteil an Unsicherheit und Selbstzweifel. Warum sollte ich mir herausnehmen, den Raum einzunehmen? Warum sollte ich in das Licht treten?
Weil es Spaß macht?!
Und genau diese Erkenntnis lässt sich nur schwer in mir verankern. Ich widerstrebt mir, dass ich etwas nicht für das Ziel tue, sondern alleine für den Prozess. Wenn ich schon etwas nach außen trage, dann muss es auch gut sein und jeglicher Kritik standhalten können. Kennst du das? Du weißt wahrscheinlich auch, dass das völlig utopisch ist und unerreichbar. Ich muss akzeptieren, dass ich immer bewertet und kritisiert werde. Ob für bewusst veröffentlichte Inhalte oder für unbewusst Sichtbares. Warum nicht immerhin für etwas, was ich mir ausgesucht habe? Was mir im Schaffen Spaß gemacht hat. Wie ich mich kenne, werde ich irgendwann nicht mehr Stolz auf diese Werke sein. Weil ich dazu gelernt habe und mir die Inhalte nicht mehr gefallen. Weil sich meine Meinung geändert hat. Aber das nimmt mir nicht den Spaß, den mir dieses Werk mal gebracht hat. Und wer weiß — wenn meine Inhalte irgendeiner Person Freude bereiten, weiterhelfen oder zum Nachdenken anregen, dann habe ich doch alles erreicht, was mir wichtig ist. Du merkt, wie ich schon wieder zu einem Ziel drifte? Ich verspreche dir, ich arbeite dran. Vielleicht magst du mich ja auf dem Weg begleiten?